Wilde Hunde.

Montag, Juli 2

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Die Leute warten fiebernd vor der Halle. Sie grölen, als wir aussteigen. Etwas tierisch Brutales liegt in der lärmerfüllten Luft. Es schneidet mir in die Nase. Aber sie blutet kein Blut. Es ist Angst, die ich ausblute. Schnell wegwischen.

Ruben und Cameron Wolfe sind Brüder, Freunde, Vorstadtfighter. Jedes Wochenende geben sie alles - für ein paar Dollar, für ihren Stolz und füreinander. Bis sie sich in dasselbe Mädchen verlieben und zu Gegnern werden, im Ring wie in der Liebe.
          
(Zitate: Seite 68 und Klappentext  | Cover: goodreads.com)

Wie ich wohl nicht erwähnen muss handelt es sich hierbei um den Autor der beiden absolut meisterhaften Werke Der Joker und Die Bücherdiebin, die auf meinem Blog auch schon beide ihre gebürende Aufmerksamkeit erhalten haben. Nachdem ich erfahren habe, dass Markus Zusak noch einen dritten Roman geschrieben hat (oder eher zwei weitere, die im deutschen zusammengefasst erschienen sind) musste ich mir Wilde Hunde natürlich sofort kaufen.

Am Anfang war ich von dem Stil des Buches ein klein wenig verwirrt, was sich aber schnell wieder gelegt hat. Es ist sehr auffällig, das Zusak in jedem seiner Bücher auf eine völlig andere Art schreibt. War die Bücherdiebin noch voller sanfter, wunderschöner Worte, ist der Joker umgangssprachlicher, der Stil in Wilde Hunde nahezu abgewrackt. Eine wundervolle Idee, den Stil immer den Geschennissen bzw. Figuren anzupassen.

Ansonsten lassen sich leider wenig Lobeshymnen auf das Buch singen - die Handlung, wenn auch nicht uninteressant, plätschert eher nur dahin, die Hauptcharaktere weisen deutliche Parallelen zu den Protagonisten aus dem Joker auf und insgesamt fehlt Wilde Hunde einfach das gewisse Etwas.

Schwer lässt sich sagen, was mir eigentlich gefehlt hat, aber der Roman hat mich einfach nicht berührt. Zu vorhersehbar in seiner Handlung - Cameron als Loser der Familie, hat erst Pech in seinem Leben und mit den Frauen um dann mit der absoluten Traumfrau zusammenzukommen - fehlt es an Spannung und Gründen, an den Seiten zu kleben. Und um ehrlich zu sein, kamen mir auch die Figuren eher schwach "gezeichnet" vor, nahezu klischehaft und uninteressant.

Als einzig wirklich positives ist der wundervolle Humor des Autoren hervorzuheben, der mich an vielen Stellen zum lauten Auflachen gebracht hat. Alleine die Anfangsszene, in der die Wolfe-Brüder mit einem Polizisten diskutieren, ist genial! Auch die teilweise bissigen Seitenkommentare von Ruben, oder die schrägen Gedanken von Cameron sind hierbei zu erwähnen.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden - verglichen mit anderen Jugendbüchern ist Wilde Hunde alles andere als schlecht, aber mit seinen beiden Meisterwerken im Hinterkopf,  konnte ich das Buch einfach nicht völlig genießen. Auf Bridge of Clay, das im Laufe diesen Jahres auf Englisch erscheinen soll, freue ich mich trotzdem schon. Für diesen Roman bekommt Markus Zusak dann aber leider doch nur sechs Triads.

2 Heart(s):

MelMel hat gesagt…

Es wird sicher schwer für den armen Mann, sich immer wieder selbst zu toppen ;)
Ich hab 'Wilde Hunde' auch quasi gerade erst gelesen und kann mich deiner Meinung, dass es nicht an die beiden anderen (Meister-)Werke des Autoren rankommt, anschließen. Allerdings war das auch sein Debüt als Autor und er musste sich wahrscheinlich erst noch finden. Wie gut, dass das geklappt hat. Ich freu mich schon mega auf sein neues Buch! :D

Liebe Grüße

Christine hat gesagt…

Das Buch subbt bei mir auch noch. da du ja relativ streng mit deinen Triads bist, denke ich mal, dass mir "Wilde Hunde" wohl gefallen wird. :)

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