"Die übliche Taktik von Entführern besteht darin, sämtliche Zeugen zu beseitigen. Danach versuchen sie für gewöhnlich, sich gegenseitig zu eliminieren, damit sie das Lösegeld nicht teilen müssen."
"Was wollen Sie mir damit sagen?"
"Ich will damit sagen, dass die Zahlung von Lösegeld keine Garantie für die Sicherheit Ihres Vaters bedeutet. Wenn der Mann überhaupt Ihr Vater ist. Es kann gut sein, dass sich die Entführer Ihr Geld schnappen und uns alle umbringen."
Artemis betrachtete den Bildschirm. "Sie haben vollkommen Recht. Ich werde mir einen Plan ausdenken müssen."
Auf geheimen Wegen gelangt Meisterverbrecher Artemis Fowl bei seinem zweiten Abenteuer in das eisige Murmansk, wo er seinen Vater vermutet, der sich in der Gewalt einer skrupellosen Erpresserbande befinden soll. Doch Artemis hat ungewöhnliche Verbündete auf seiner Seite und natürlich auch schon einen Plan im Kopf. Einen gefährlichen Plan.
Nachdem ich so begeistert von Teil eins war, wollte ich den zweiten Teil unbedingt lesen. Allerdings hatte ich ein bisschen Angst, dass der zweite Roman mit dem ersten nicht mithalten könnte. Zum Glück wurde dieser Gedanke nicht bestätigt! Er kann nicht nur mithalten, er ist viel, viel besser als der erste!
Die meisten Charaktere und die Welt des Erdvolkes sind dem Leser schon vertraut, weswegen keine Zeit mit Einleitungen in die Personen und Schauplätze verschwendet wurde. Das hat mir sehr gut gefallen, da es so praktisch direkt losging und die Spannung sehr schnell gestiegen ist. Es war interessant, die Gedankengegänge der verschiedenen Figuren über die vergangene Mission zu lesen, vor allem die von Holly Short, die zu Beginn auf Rache sinnt. In Der Verschwörung hat sie wieder einmal neben Butler und Foaly eine meiner Lieblingsrollen gespielt. Allerdings müssen für diesen Teil noch Artemis und Mulch Diggums auf die Liste gesetzt werden, die beide auf sehr amüsanten und spannenden Wegen durch die Geschichte geführt haben.
Die überraschenden Wendungen haben dafür gesorgt, dass mir während der Lektüre nicht ein einziges Mal langweilig geworden ist und ich mich jedes Mal aufs neue darauf gefreut habe, wenn irgendetwas neues passiert. Viele Geschehnisse sind so gut ausgearbeitet, dass ich niemals darauf gekommen wäre, dass irgendetwas in der Art passiert.
Das Ende hat mir auch total gut gefallen, auch wenn es für meinen Geschmack etwas überdramatisch gestaltet war. Trotzdem fand ich einige Verhaltensweisen total niedlich! Für dieses wundervolle Buch und Colfers wunderbar ironischen Stil gibt es acht von zehn Triads.



