Achtung! Spoiler-Gefahr, da es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt! Hier geht es zum ersten Band.
Ich bin wie die See. Ich werde mich über dich erheben und dich umfangen, wenn alle Brücken zerstört sind. Komm zu mir, in die Welt des Wassers. Hier ist niemand außer uns. Wir werden uns ganz nah sein und selbst in deinen tiefsten Träumen werde ich dich niemals loslassen.
Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete, für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen. Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkomm Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen können als der abgründigste Traum ...
Nach meiner mäßigen Begeisterung zu Splitterherz habe ich mir von Scherbenmond ehrlich gesagt nicht viel mehr erwartet und war umso überraschter, als ich fest stellen musste, dass es mir total gut gefallen hat - zumindest auf den ersten hundertfünfzig Seiten. Der Stil war angenehm zu lesen, Ellie hat fast gar nicht genervt, Tilmann und Paul sind mir richtig sympathisch geworden und auch der geniale Humor hat mich mehr als einmal zum lachen gebracht. Kaum ist Colin allerdings aufgetaucht war ich alle paar Seiten kurz davor das Buch an die Wand zu schmeißen. Kitsch. Langweilige Phrasen. Sich endlose ziehende Handlungsstränge.
Ellie ist mir noch viel mehr auf den Geist als im voran gegangenen Teil. Sie ist einfach nur unverschämt: Ihr Bruder lässt sie bei sich wohnen, was sie für selbstverständlich hält, ihrer Mutter gegenüber verhält sie sich durchgängig ziemlich kühl, fast sogar herablassend und von allen Leuten erwartet sie nur, ohne ihnen etwas zurückzugeben. Ihre irrwitzigen Gefühls- bzw. Gemütsschwankungen konnte ich in den meisten Fällen nicht nachvollziehen. Warum ist sie in einem Moment überschwänglich, um dann nur wenige Zeilen später alle Leute um sich herum vor den Kopf zu stoßen? Ihren unreifen Handlungen nach, hätte sie genausogut dreizehn oder vierzehn sein können.
Stellenweise habe ich mich außerdem gefragt, wo Ellies anfängliche Sorge um ihren verschwundenen Vater geblieben ist. Auf den letzten hundert Seiten denkt sie vielleicht in einem Nebensatz an ihn und selbst das wirkt völlig gleichgültig. Irgendwie eigenartig, oder?
Was mir aber mit der größte Dorn im Auge war, ist das allgemeine Verhalten gegenüber Pauls Homosexualität, von der Ellie erst erfährt, als sie ihn nach Jahren wieder sieht. Und wie sieht ihre Reaktion aus? "Oh mein Gott, mein Bruder ist nicht schwul. Das darf ... das kann nicht sein!" So oder ähnlich reagiert sie. Ich verstehe zwar, was sie eigentlich damit meinte, nämlich, dass Paul nur der Illusion unterliegt, schwul zu sein und es eigentlich nicht ist, aber diese Ausdrucksweise und die Abwertung seitens Ellie fand ich mehr als nur unangebracht. Die größte Frechheit hierbei war natürlich, dass mehrfach betont wird, dass Ellie nichts gegen Schwule hätte, sich aber nicht über Pauls Partner sondern über seine Sexualität aufregt und dabei einige ziemlich unverschämte Dinge von sich gibt.
Kurz gesagt war es trotz des so viel versprechendem Anfangs ein großer Reinfall, bei dem ich Ellie stellenweise gerne den 700-seitigen Wälzer an den Kopf geworfen hätte. Drei Triads.
Posts mit dem Label Bettina Belitz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bettina Belitz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Splitterherz.
Etwas hat sich verändert. Ich kann es wittern. Die Luft ist weicher geworden, der Wald grüner, der Nachthimmel schwärzer. Der Mond weint.
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.
Das klingt doch alles nach einem wirklich guten Jugendroman, oder? Nach all den positiven Wertungen sollte man auch glauben, dass es sich bei diesem Buch um eines der besten des Jahres handelt. Eigentlich. Ich kam mir während des Lesens allerdings so vor, als würde ich einen gänzlich anderen Roman lesen. Wenig konnte mich an Splitterherz fesseln, oder gar begeistern. Alleine die letzten hundert Seiten haben mich ein bisschen mitgerissen, aber dabei ist es auch schon geblieben.
Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen und vielleicht habe ich das Buch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen, aber es ist in jedem Fall schwer für mich, ein gutes Haar an Splitterherz zu lassen. Die Handlung und vor allem die Charaktere haben mich einfach zu stark an Twilight erinnert. Colin, die starke, kluge, uralte Wesenheit, deren Erscheinung sich bei steigendem oder sinkendem Hungergefühl verändert. Ellie, die schwächliche, naive und viel zu leicht manipulierbare Schönheit, die aus der Großstadt aufs Land zieht, wo sie ihrem Liebsten begegnet, dessen einziger wirklicher Kontakt sie selbst ist. Für meinen Geschmack sind das zu viele Paralelen, vor allem, weil ich sowieso kein Fan der Bis(s)-Bücher bin.
Natürlich ist die Geschichte nicht vollständig schlecht, die Idee gefällt mir richtig gut! Bettina Belitz' Stil hat es mir außerdem angetan, die Metapher die sie verwendet sind wundervoll. Den Prolog könnte ich unendliche Male lesen, da er in so wundervollen Worten geschrieben ist und gleichzeitig viel verrät und so viel offen lässt.
Insgesamt würde ich also sagen, dass Splitterherz nicht vollständig schlecht ist, allerdings auch einige Schwächen hat. Es stört einfach, die ersten 200 Seiten nur davon zu lesen, wie Ellie einschläft und wirre Dinge träumt. Ich habe aber noch die Hoffnung, dass mich die beiden Folgebände Scherbenmond und Dornenkuss weit mehr begeistern.
Für diese mittelmäßige Unterhaltung, die einige Schwächen hatte, gegen Ende dann aber doch halbwegs überzeugen konnte, gibt es fünf Triads.
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.
Das klingt doch alles nach einem wirklich guten Jugendroman, oder? Nach all den positiven Wertungen sollte man auch glauben, dass es sich bei diesem Buch um eines der besten des Jahres handelt. Eigentlich. Ich kam mir während des Lesens allerdings so vor, als würde ich einen gänzlich anderen Roman lesen. Wenig konnte mich an Splitterherz fesseln, oder gar begeistern. Alleine die letzten hundert Seiten haben mich ein bisschen mitgerissen, aber dabei ist es auch schon geblieben.
Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen und vielleicht habe ich das Buch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen, aber es ist in jedem Fall schwer für mich, ein gutes Haar an Splitterherz zu lassen. Die Handlung und vor allem die Charaktere haben mich einfach zu stark an Twilight erinnert. Colin, die starke, kluge, uralte Wesenheit, deren Erscheinung sich bei steigendem oder sinkendem Hungergefühl verändert. Ellie, die schwächliche, naive und viel zu leicht manipulierbare Schönheit, die aus der Großstadt aufs Land zieht, wo sie ihrem Liebsten begegnet, dessen einziger wirklicher Kontakt sie selbst ist. Für meinen Geschmack sind das zu viele Paralelen, vor allem, weil ich sowieso kein Fan der Bis(s)-Bücher bin.
Natürlich ist die Geschichte nicht vollständig schlecht, die Idee gefällt mir richtig gut! Bettina Belitz' Stil hat es mir außerdem angetan, die Metapher die sie verwendet sind wundervoll. Den Prolog könnte ich unendliche Male lesen, da er in so wundervollen Worten geschrieben ist und gleichzeitig viel verrät und so viel offen lässt.
Insgesamt würde ich also sagen, dass Splitterherz nicht vollständig schlecht ist, allerdings auch einige Schwächen hat. Es stört einfach, die ersten 200 Seiten nur davon zu lesen, wie Ellie einschläft und wirre Dinge träumt. Ich habe aber noch die Hoffnung, dass mich die beiden Folgebände Scherbenmond und Dornenkuss weit mehr begeistern.
Für diese mittelmäßige Unterhaltung, die einige Schwächen hatte, gegen Ende dann aber doch halbwegs überzeugen konnte, gibt es fünf Triads.
Topics:
Bettina Belitz,
Bücher,
Stephenie Meyer
Abonnieren
Posts (Atom)



