Es gibt Wörter.
Wörter, an die ich mich nicht erinnere.
Keine schwierigen Wörter,
die man nicht zu kennen braucht.
Sondern einfache.
Springen. Heiß. Apfel.
Zeit.
Ich schlage die Wörter nach, damit ich sie nie mehr vergesse.
Wo sind die ganzen Wörter geblieben,
die Wörter, die ich früher im Kopf hatte?
Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ihre Eltern sie beschreiben, bleibt ihr fremd. Die Wahrheit, der sie schließlich Stück für Stück auf die Spur kommt, ist ungeheuerlich: Jenna hatte einen furchtbaren Unfall und ihre Eltern haben alles medizinisch mögliche getan, um sie am Leben zu erhalten. Doch was von ihr übrig war, waren nicht mehr als zehn Prozent ihres Gehirns. Wie viel Persönlichkeit steckt in diesen zehn Prozent? Wie viel davon ist Jenna?
(Zitate: Seite 13 und Klappentext | Cover: goodreads.com)
Nachdem mich Ein Tag ohne Zufall begeisterte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Pearsons zweiter Roman den Weg in mein Bücherregal und somit in meine Hände finden würde. So niedrig meine Erwartungen bei der damaligen Lektüre waren, so hoch waren sie bei ZweiundDieselbe - immerhin versprechen sowohl Handlung als auch Erfahrungen ein einzigartiges Leseerlebnis. Überrascht wurde ich in jedem Fall.
Schon der Anfang ist schwer zu greifen, verwirrend und auf eine beunruhigende Art aufwühlend. Jenna ist gerade erst erwacht und erkennt nicht einmal ihre eigenen Eltern wieder - von ihr selbst einmal ganz zu schweigen. In ihrem Kopf herrscht eisige Schwärze und immer deutlicher wird ihr klar, dass irgendetwas gehörig falsch läuft. An ihren Fingern ist etwas ganz eigenartiges zu beobachten und auch ihr Gang zeugt davon, dass irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte. Auch das mysteriöse Verhalten ihrer Eltern unterstützt diese Annahmen sowohl bei Jenna als auch beim Leser, der ohne es zu merken, Spekulationen in die verrückttesten Richtungen anstellt ...
Allerdings wird schon im Klappentext eine der wichtigsten Informationen verraten - bis auf 10% ihres Gehirns ist nach dem Unfall nichts mehr von der "alten" Jenna geblieben. Woraus die "neue" Jenna besteht ist also recht schnell zu erraten, nachdem einige Hintergründe der Eltern beleuchtet wurden. So kommt es leider, dass man als Leser bereits vor Jenna versteht, was mit ihr passiert ist und das ewige "Was stimmt nicht mit mir?" in ihren Gedanken gehörig auf die Nerven geht. Auch, wenn die kindlichen und nicht ganz ausgereiften Gedankengänge zu Jenna gehören, die immerhin alles wieder neu lernen muss, hätten einige Stellen gekürzt oder ganz weggelassen werden können.
Bereits nach wenigen Seiten hat sich bei mir der Verdacht erwecken lassen, dass ZweiundDieselbe in ferner Zukunft spielt. Immer wieder werden wichtige historische Ereignisse und Persönlichkeiten erwähnt, die mir völlig unbekannt waren und außerdem werden wissenschaftliche Fortschritte vage angedeutet, die es in der heutigen Zeit einfach noch nicht gibt. Es ist faszinierend zu verfolgen, wie nach und nach immer mehr Details über die Veränderungen der Gesellschaft und Wissenschaft preisgegeben werden. Dabei kommen einige erschütternde Dinge ans Licht, die dazu führen, das man sich als Leser in einer ethischen Zwickmühle wiederfindet, die der Jennas nicht unähnlich ist.
Hierbei lag meiner Meinung nach einer der Höhepunkte des Romans - wie weit darf die Wissenschaft gehen um ein Menschenleben zu retten? Wie viel muss vom menschlichen Körper noch übrig sein, um solche Eingriffe zu erlauben? Und vor allem: Ist es überhaupt richtig, jemanden mit diesen Mitteln vor dem Tod zu bewahren? So interessant Diskussionen über dieses Thema wären, so wenig Hintergrundinformationen bekommt man, um ebendiese auf das Buch beziehen zu können. Nahezu gar nichts wird über irgendwelche Zusammenhänge verraten.
Alles in allem ist ZweiundDieselbe ein gelungener Roman über ein Mädchen, das sich in einem ethischen Streit über die Wissenschaft wiederfindet. Der atmosphärische Stil der Autorin und die außergewöhnliche Handlung lassen an den Seiten kleben, allerdings hätten ein paar Hintergrundinformationen mehr und weniger vorweggenommenen Details im Klappentext zu einem noch besseren Leseerlebnis geführt. Ich freue mich schon auf den zweiten Band NieundEwig der Ende diesen Monats erscheinen wird und vergebe sieben Triads an ZweiundDieselbe.
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[Monatsstatistik] Juli!
Wenn auch etwas verspätet, ist hier die Monatsstatistik zum Juli, mit sechs gelesenen Büchern.
Challenge-technisch ist die Wälzer-Challenge mit Tintenblut vertreten und auch die Themen-Challege wird mit ZweiundDieselbe für den Punkt "Identität/Identitätssuche" besetzt.
- Lauren Oliver - Before I Fall (339 Seiten)
- Cornelia Funke - Tintenblut (707 Seiten)
- Mary E. Pearson - ZweiundDieselbe (331 Seiten)
- P.C. Cast & Kristin Cast - House of Night: Gezeichnet (437 Seiten)
- Kai Meyer - Die Fließende Königin (272 Seiten)
- Kai Meyer - Das Steinerne Licht (347 Seiten)
Challenge-technisch ist die Wälzer-Challenge mit Tintenblut vertreten und auch die Themen-Challege wird mit ZweiundDieselbe für den Punkt "Identität/Identitätssuche" besetzt.
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Mary E. Pearson,
Statistik
The Miles Between.
Destiny wird von ihren Eltern von einem Internat ins nächste verfrachtet, seit sie sieben ist. Sie lässt niemanden an sich heran, denn Freundschaften schließen hat keinen Zweck, wenn man ohnehin bald wieder gehen muss. Doch dann ist da plötzlich dieser perfekte Tag, an dem sich die Zufälle überschlagen oder sollte es Schicksal sein? Jedenfalls steht da auf einmal zufällig diese blassrosa Luxuslimousine mit hochgeklapptem Lederverdeck und laufendem Motor, und zufällig finden sich drei Mitschüler, die aus den unterschiedlichsten Gründen nichts gegen eine Spritztour haben.
Von dem Buch hatte ich mir ehrlich gesagt nicht viel erwartet - eine nette, kleine Unterhaltung für zwischendurch, von der im Nachhinein nichts bleibt, außer vielleicht einem kleinen Lächeln. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass mich dieses Buch nachhaltig noch so sehr beschäftigen würde. Destinys Gedanken über Schicksal und Zufälle sind absolut faszinierend, auch wenn man wie ich eigentlich nicht an Dinge solcher Art glaubt.
Mit einem mitreißenden Stil schafft Mary E. Pearson eine Welt, in der sich sowohl die Handlung, als auch die Charaktere wundervoll entfalten können. Vor allem Destiny wirkte immer sehr authentisch, wenn auch nicht durchgehend sympathisch. Die anderen drei Charaktere Aidan, Mira und Seth haben mir genauso gut gefallen wie Destiny. Zum einen weil sie humorvoll und freundlich waren, zum anderen aber auch wegen viel Verständnis und Einfühlsamkeit.
Die Geschichte hat mich an vielen Stellen, an denen ich nicht damit gerechnet hätte, total überrascht und hat sich manchmal um 180 Grad gedreht, sodass ich mir manchmal nicht mehr ganz im Klaren darüber war, was gerade eigentlich los ist. Aber genau das hat mir an dem Roman sehr gut gefallen. Einzig das Ende wirkte etwas aufgesetzt und abwegig, ansonsten hat mich Ein Tag ohne Zufall völlig überzeugt.
Für eine spannende Unterhaltung mit tollen Charakteren gibt es acht Triads!
Topics:
Bücher,
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[Blogparade] Zum Jahresende
Diese wundervolle Blogparade von BuchSaiten kann ich mir einfach nicht entgehen lassen, auch wenn ich bei einigen Antworten wirklich überlegen musste, was ich schreiben soll.
1. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?
Das war auf jeden Fall Ein Tag ohne Zufall von Mary E. Pearson! Ich habe mir das Buch aus der Bücherei mitgenommen, weil ich irgendetwas zum Lesen brauchte und das Cover ganz nett fand. Mehr nicht. Ich hätte niemals erwartet, dass mich Ein Tag ohne Zufall so sehr mitreißt, dass ich es innerhalb einer Nacht in einem Rutsch durchgelesen hätte. Ein wunderbares Buch, dass ich jedem ans Herz legen will! Rezension folgt.
2. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
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Das war auf jeden Fall Ein Tag ohne Zufall von Mary E. Pearson! Ich habe mir das Buch aus der Bücherei mitgenommen, weil ich irgendetwas zum Lesen brauchte und das Cover ganz nett fand. Mehr nicht. Ich hätte niemals erwartet, dass mich Ein Tag ohne Zufall so sehr mitreißt, dass ich es innerhalb einer Nacht in einem Rutsch durchgelesen hätte. Ein wunderbares Buch, dass ich jedem ans Herz legen will! Rezension folgt.
2. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
Bei der Frage muss ich keine Sekunde überlegen - das war eindeutig Das Lied der Träumerin von Tanya Stewner. Selten ist mir ein Buch untergekommen, bei dem die Protagonistin so unsympathisch und uneinsichtig ist. Außerdem wirkte die gesamte Handlung ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil ein unwahrscheinliches Gescheheniss dem nächsten folgte. Dabei hätte man so viel aus dieser Idee machen können! Allerdings hat die Autorin direkt von Anfang an alles falsch gemacht. Alles viel zu dramatisch. Wären die Gedankengänge und Handlungen der Protagonistin Angelia wenigstens nachvollziehbar gewesen ... Aber so? Wirklich schade.
3. Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Hierbei muss ich erst einmal überlegen, wen ich da nennen soll, da mir gleich drei passende Namen in den Sinn kommen. Zum einen wäre da Crank von Ellen Hopkins, dass mich sehr begeistert hat und bei dem ich überhaupt nicht auf die Folgebände warten möchte! Allerdings gäbe es da auch Naoko's Lächeln von Murakami und die Bücher Wie du ihr und Genesis von Bernhard Beckett!
Bei jedem der Autoren würde ich am liebsten sofort weitere Bücher lesen, also lasse ich meine Antwort mal so stehen, auch wenn nur ein Autor genannt werden sollte.
4. Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Die Antwort ist einfach - denn mein Lieblingscover war in jedem Fall das vom Joker. Ich kann nicht benennen, was mich an diesem Bild so fesselt, aber ich liebe es einfach! Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass ich das Buch so sehr liebe und mit dem Cover eine wundervolle Geschichte verbinde. Markus Zusak schafft es einfach immer wieder geniale Charaktere und Handlungen ineinander zu verweben, in denen man sich jedes Mal aufs neue wiederfindet. Bitte mehr davon!
5. Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2012 lesen und warum?
Bei dieser Frage musste ich zugegeben eine ganze Weile überlegen. Auf die schnelle ich mir kein Buch eingefallen, das ich sooo dringend lesen müsste - diese Bücher sind alle im Laufe diesen Jahres erschienen. Aber nach einiger Suche habe ich doch noch eines gefunden - Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen. Zugegeben ist selbst der erste Band der Smoky Barrett-Reihe ungelesen, aber ich mir schon jetzt sicher bin, dass er mir gefallen wird und freue ich mich schon auf die weiteren Bände.
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