Posts mit dem Label Tanya Stewner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tanya Stewner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

[Blogparade] Zum Jahresende

Donnerstag, Dezember 22

| | | 3 Heart(s)
Diese wundervolle Blogparade von BuchSaiten kann ich mir einfach nicht entgehen lassen, auch wenn ich bei einigen Antworten wirklich überlegen musste, was ich schreiben soll.

 via

1. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? 
Das war auf jeden Fall Ein Tag ohne Zufall von Mary E. Pearson! Ich habe mir das Buch aus der Bücherei mitgenommen, weil ich irgendetwas zum Lesen brauchte und das Cover ganz nett fand. Mehr nicht. Ich hätte niemals erwartet, dass mich Ein Tag ohne Zufall so sehr mitreißt, dass ich es innerhalb einer Nacht in einem Rutsch durchgelesen hätte. Ein wunderbares Buch, dass ich jedem ans Herz legen will! Rezension folgt.

2. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
Bei der Frage muss ich keine Sekunde überlegen - das war eindeutig Das Lied der Träumerin von Tanya Stewner. Selten ist mir ein Buch untergekommen, bei dem die Protagonistin so unsympathisch und uneinsichtig ist. Außerdem wirkte die gesamte Handlung ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil ein unwahrscheinliches Gescheheniss dem nächsten folgte. Dabei hätte man so viel aus dieser Idee machen können! Allerdings hat die Autorin direkt von Anfang an alles falsch gemacht. Alles viel zu dramatisch. Wären die Gedankengänge und Handlungen der Protagonistin Angelia wenigstens nachvollziehbar gewesen ... Aber so? Wirklich schade.

3. Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Hierbei muss ich erst einmal überlegen, wen ich da nennen soll, da mir gleich drei passende Namen in den Sinn kommen. Zum einen wäre da Crank von Ellen Hopkins, dass mich sehr begeistert hat und bei dem ich überhaupt nicht auf die Folgebände warten möchte! Allerdings gäbe es da auch Naoko's Lächeln von Murakami und die Bücher Wie du ihr und Genesis von Bernhard Beckett! 
Bei jedem der Autoren würde ich am liebsten sofort weitere Bücher lesen, also lasse ich meine Antwort mal so stehen, auch wenn nur ein Autor genannt werden sollte.

4. Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Die Antwort ist einfach - denn mein Lieblingscover war in jedem Fall das vom Joker. Ich kann nicht benennen, was mich an diesem Bild so fesselt, aber ich liebe es einfach! Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass ich das Buch so sehr liebe und mit dem Cover eine wundervolle Geschichte verbinde. Markus Zusak schafft es einfach immer wieder geniale Charaktere und Handlungen ineinander zu verweben, in denen man sich jedes Mal aufs neue wiederfindet. Bitte mehr davon!

5. Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2012 lesen und warum?
Bei dieser Frage musste ich zugegeben eine ganze Weile überlegen. Auf die schnelle ich mir kein Buch eingefallen, das ich sooo dringend lesen müsste - diese Bücher sind alle im Laufe diesen Jahres erschienen. Aber nach einiger Suche habe ich doch noch eines gefunden - Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen. Zugegeben ist selbst der erste Band der Smoky Barrett-Reihe ungelesen, aber ich mir schon jetzt sicher bin, dass er mir gefallen wird und freue ich mich schon auf die weiteren Bände.

Das Lied Der Träumerin.

Sonntag, Dezember 18

| | | 2 Heart(s)
Ich konnte das nicht so stehen lassen. "Ein Träumer der seinen Traum aufgibt, ist verloren", sagte ich, "denn er hält die Ernüchterung für die Wahrheit. Aber das stimmt nicht. Sie haben einfach aufgegeben."
"Aufgegeben?", rief Sullivan markerschütternd. "Ich habe nicht aufgegeben! Mich hat niemand mehr spielen hören wollen, Mädchen! Mich hat niemand mehr engagiert! Man hat mich abgesondert, so war's. Zum alten Eisen hat man mich gepackt. Ich hab nicht aufgegeben. Die Musik hat mich aufgegeben, verstehst du? Sie hat mich aufgegeben!"

Angelia hat einen Traum: Sie will als Sängerin den Durchbruch schaffen. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt! Sie geht nach London, um ihren Traum wahrzumachen. Dort erlebt sie mit dem ungleichen Brüderpaar Josh und Jeremy Licht und Schatten von Freundschaft und Liebe. Angelia geht durch Glück und Enttäuschung, muss sich ihrer Vergangenheit stellen und bleibt doch immer auf dem Weg, den ihr Traum ihr zeigt.

Ich habe mir dieses Buch alleine wegen des Covers aus der Bücherei mitgenommen, weil Kopfhörer drauf gedruckt sind - und ich gehofft hatte, eine gute Geschichte über einen Musiker zu lesen. Aber das Cover ist auch wirklich eine der wenigen Dinge, die ich an diesem Buch gut finde. Das Lied der Träumerin ist eines der schlechtesten Bücher, dass ich in diesem Jahr gelesen habe.

Ich mag die ursprüngliche Aussage des Buches - an seine Träume zu glauben, nicht aufzugeben und für die eigenen Ideale geradezustehen. Ein schöner Grundgedanke, an den man sich auch manchmal erinnern sollte. Allerdings ist dieses Thema in dem Lied der Träumerin so eigenartig und unglaubwürdig aufgegriffen worden, dass ich schon fast keine Lust mehr habe, mich damit zu beschäftigen.
 Zufällig entdeckt Angelia ein freies Zimmer in der Luxusvilla der zwei - wie nicht anders zu erwarten - perfekt aussehenden Brüder Josh und Jeremy und darf natürlich auch die Außerwählte sein, die schließlich einzieht. Immerhin hat ihr ungewöhnlicher Sprachgebrauch direkt überzeugt. Kurze Zeit später hat sie zwei feste Jobs bekommen - mitten in der Metropole London, ohne auf die winzigsten Probleme zu stoßen! Zweifelsohne gleicht ihr Gesang dem eines Engels und sie ist auch bald kurz davor einen Plattenvertrag zu bekommen. Das ihr Körperbau perfekt ist und alle männlichen Charaktere hinter ihr her, muss selbstverständlich nicht erwähnt werden.

Was mich aber am meisten gestört hat, war die Ansicht von Angelia, dass alle Menschen, die nicht ihren naiven, realitätsfremden Glauben teilen dumm sind und keinerlei Lebenssinn haben. Ihren Mitmenschen versucht sie einzureden, dass ihr Vater an Mittelmäßigkeit und fehlendem Lebenssinn, anstelle von Krebs gestorben ist. Außerdem verschließt sie ihre Augen vor den wenigen Leuten, die ihr die Realität näher bringen wollen. (Die oben zitierte Stille ist eine dieser wenigen.) Sie hätten ihre Kraft des Träumens aufgegeben und müssten wieder zurückfinden, wie sie gegenüber einem ehemaligen Musiker immer wieder betont.

Vielleicht denke ich einfach nur zu realistisch, aber ich kam mir während des Lesens teilweise so vor, als wäre die Protagonistin fünf oder sechs Jahre alt und würde stur auf ihren Willen beharren und keinen einzigen Gedanken, der nicht ihrer Meinung entspricht an sich ran lassen.

Ich würde das Buch ehrlich gesagt niemandem empfehlen, allerhöchstens denen, die einmal die Welt aus der Sicht eines viel zu naiven und unrealistisch erfolgreichen Mädchens lesen wollen.

Zwei Triads werden es wegen einer guten Idee und einem schönen Schauplatz. Außerdem für die Lehre, nie wieder ein Buch dieser Frau in die Hand zu nehmen!